Faden ist nicht gleich Faden

Biologisch hergestellte Kleidung ist voll im Trend. Immer mehr namhafte Konfektionsbetriebe bieten ökologisch produzierte Kollektionen an. Die steigende Nachfrage ist auch im Handarbeitsmarkt längst angekommen. Bewusstes Nähen wird mit den Bionähfäden von Scanfil komplett: Das niederländische Unternehmen Forbitex International BV ist weltweit der einzige Produzent von Bionähfäden fürs Quilten und Nähen. Das Familienunternehmen besteht bereits seit 1970 und wird heute von den drei Geschwistern Boy, Ildiko und Mariska Bischot geführt. Inzwischen hat es sich zu einem Großhersteller und Lieferanten von industriellen Näh-, Zier- und Filamentfäden aus Polyester und nachhaltig produzierter Bioware entwickelt. Forbitex setzt dabei auf langfaserige ägyptische Baumwolle, die frei von Pestiziden produziert wird. Im Interview erklärt Boy Bischot, was die Produkte so hochwertig macht und warum der deutsche Markt und die Zusammenarbeit mit VENO für ihn so wichtig sind.

Bischot

Interview mit Herrn Bischot

Herr Bischot, was machen die Produkte von Forbitex International BV so begehrt?
Wir produzieren Fäden aus Rohmaterial mit der höchstmöglichen Qualität. Mit unserer 44-jährigen Erfahrung im industriellen Bereich und unseren hochmodernen Maschinen sind wir in der Lage absolut hochwertige Produkte zu produzieren. In der Industrie sind die Ansprüche an einen Faden sehr hoch. Hier arbeiten Nähmaschinen mit 6.000 Stichen pro Minute und jeder Fadenriss oder Knoten hat einen massiven Einfluss auf die Produktivität. Einzelhandelsprodukte haben ähnlich hohe Ansprüche, die Kunden legen Wert auf Qualität und bekommen diese auch.

Scanfil ist der Nähfaden schlechthin. Was macht ihn so begehrt?
Dieser Markt steckte einige Jahre fest, das hat sich nun geändert. Viele Verbraucher und Einzelhändler kaufen dieses Produkt gerne - das liegt maßgeblich an der hervorragenden Qualität und dem super Preis-Leistungs-Verhältnis. Verglichen mit anderen Marken, hat das Produkt einen riesigen Preisvorteil. Gewinnmarge bedeutet eben heute viel!

Thema Bio-Nähfäden: Welche Unterschiede gibt es zwischen Bio- und herkömmlichen Nähfäden?
Unsere Bioware ist aus den besten verfügbaren Fasern, der langfaserigen ägyptischen Baumwolle hergestellt. Konventionell gewonnene Baumwolle verbraucht rund 25 Prozent aller weltweit eingesetzten Pestizide, was eine ganze Menge Verschmutzung mit sich bringt. Das gleiche gilt auch für den natürlichen Farbstoff. Im Fall der Biobaumwolle werden keine Pestizide verwendet, das schafft eine viel bessere Klimabilanz. Immer mehr große Kleidungshersteller haben eine Biokleidungslinie und dazu kommen noch eine Menge Neugründer, die sich nur auf die Produktion von Biokleidung
fokussieren.

Zeichnet sich bei den Bio-Nähfäden ein Trend ab?
Der Absatz der Bio-Nähfäden entwickelt sich in den letzten Jahren wirklich sehr gut. Das ist eine Innovation, auf die wir sehr stolz sind. Wir sind weltweit der einzige Produzent von Biofäden fürs Quilten und Nähen. Der Bereich der Fäden aus Biobaumwolle hat eine jährliche Wachstumsrate von rund 20 Prozent. Wir glauben, dass das in Zukunft weiter steigen wird. Der Verbraucher will guten Gewissens etwas selber machen und dabei noch etwas Gutes für die Umwelt tun.

Woher kommen die Rohstoffe für die hochwertigen Produkte?
Wir beschaffen unsere Rohmaterialien aus der ganzen Welt. Für Materialansprüche mittlerer Qualität haben wir Quellen im Fernen Osten. Viele Produkte, die wir für Europa beschaffen, haben das höchstmögliche Qualitätsniveau. Die besten Baumwollprodukte kommen aus Ägypten.

Was ist das Geheimrezept für den Erfolg von Forbitex International BV?
Wir denken, dass unser Erfolg ein Resultat der neuen und modernen Herangehensweise an den Markt ist. Wir sind innovativ und äußerst flexibel. Darüber hinaus stimmt bei uns einfach das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wie viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt Forbitex International BV weltweit?
In unserem Hauptbetrieb beschäftigen wir 30 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, in unserer rumänischen Niederlassung sind es über 25 Kollegen. Diese Niederlassung haben wir erst vor einem Jahr gegründet. Sie wächst so schnell, dass wir damit rechnen, bald 50 Beschäftigte aufstocken zu können.

Wie sehen die unternehmerischen Ausrichtungen für die Zukunft aus?
Wir blicken positiv in die Zukunft. Auch, wenn wir in der Vergangenheit Tiefschläge erleiden mussten: Denn nachdem die ursprüngliche Vermarktung industrieller Fäden nach einer Krise eingebrochen ist, mussten wir uns umorientieren. Schon ein paar Jahre bevor sich die Krise abzeichnete, haben wir ein Auge auf den Einzelhandelsmarkt und uns dann darauf kozentriert. Heute sind wir sehr zufrieden, dass wir die Richtung geändert haben. Wir erwarten ein enormes Wachstum auf dem europäischen, amerikanischen und asiatischen Markt.

Wie stellt sich das Unternehmen für den deutschen Markt auf?
Für den deutschen Markt muss man zuverlässig sein, zu vereinbarten Konditionen liefern und Produkte auf Qualitativ höchstem Niveau produzieren. Die Deutschen sind sehr Qualitätsbewusst. Und darin sind wir gut.

Wie wichtig ist für Sie die Zusammenarbeit mit VENO?
Sehr wichtig. VENO ist eine angesehene Schlüsselfigur am deutschen Markt, die ganz genau weiß, wie man dort am besten seine Produkte vermarktet. Das Unternehmen gibt dieser Vermarktung die angemessene Aufmerksamkeit. Außerdem ist VENO ein sehr verlässlicher Partner, der uns exklusiv in Deutschland vertritt.

Welcher Trend ist für Deutschland zu erwarten?
Hinsichtlich der Farben erwarten wir einen Anstieg im Bereich der Pastelltöne. Noch zeichnet sich das im industriellen Bereich ab, aber der Einzelhandelsmarkt wird diesem Trend folgen. Außerdem verzeichnen wir eine gestiegene Nachfrage. Das liegt wohl daran, dass die Menschen ihre Kleidung heute wieder mehr ausbessern und neue Dinge selbst gestalten.

Welchen Effekt hat die starke Entwicklung zum Trend „Selbermachen" auf die Branche?
Einen sehr positiven Effekt für jeden, der an diesem Markt beteiligt ist. Das Geschäft wird stärker und wir sind motiviert, neue Produkte zu kreieren. Damit Innovationen erhalten bleiben, brauchen Verbraucher mehr Auswahl, die sie in ihrer Kreativität unterstützt.

Herr Bischot, vielen Dank für das Interview.

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